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Haben Männer Angst vor Dir, Simone Schönweiß?

Simone Schönweiß fällt auf wenn sie den Raum betritt. Blonde lange Haare, kurvige 183 cm groß und ein strahlend weißes Lächeln. Ihre Kurven hat sie sich schwer erarbeitet. Den Armumfang von 40 cm hat sich die Bodybuilding Weltmeisterin  unter anderem beim 120 kg Bankdrücken antrainiert. In 11 gewagten Fragen beantwortet sie, ob Männer Angst vor ihr haben und welche Tipps sie Anfängern geben würde.

Theresia: Liebe Simone, vielen Dank, dass Du heute Rede und Antwort stehst bei “Gewagt gefragt”. Ich komme auch direkt zu meiner ersten Frage.

Minute 1:10 FRAGE 1 Wie kommt man als junge Frau dazu, einem so extremen Körperbild nachzueifern?

Simone: Das kam bei mir bereits auf, als ich klein war. Muskeln haben mich schon immer fasziniert. Ich habe als Kind ein Foto einer Bodybuilderin gesehen, die einen sehr männlichen Körper hatte. Das hat mich wahnsinnig fasziniert und ist mir im Gedächtnis geblieben. 

In der Tierwelt gibt es auch oft nicht diese großen Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen. Die Muskulatur ist ziemlich gleich. Warum sollte das denn bei Menschen so viel anders sein? Der Sport hat mir schon immer gefallen. Ich war als Kind eher zu dick und habe immer versucht das Ideale für mich zu finden. Etliche Diäten und Sportarten habe ich durchprobiert. Endgültig bin ich dann beim Bodybuilding hängen geblieben.

Für mich, ist das der richtigen Weg, mich gesund zu ernähren und nicht hungern zu müssen. Durch diese wahnsinns Muskulatur hat man einen anderen Grundumsatz an Kalorien und kann dann auch mal ordentlich essen, ohne gleich dick zu werden. Ich fühle mich wohl durch die Kraft die ich habe. Man fühlt sich ganz anders im eigenen Körper. So ist es zumindest bei mir.

 

Theresia: Du warst also zu dick als Kind. Von wie viel Kilos sprechen wir?

 

Simone: Ich hatte 88 Kg als Jugendliche. Zuerst habe ich einige Diäten ausprobiert und habe mit dem Joggen angefangen. Ich wollte eigentlich schon immer ins Fitnessstudio. Allerdings ging das erst ab einem bestimmten Alter. Ich wurde als Alternative zur Langstreckenläuferin. Ich hatte dann aber bereits mit 18 Jahren Ermüdungsbrüche. Das passiert, wenn der Körper überlastet ist. Zuerst habe ich es nicht bemerkt weil keiner damit gerechnet hat. Ich hatte nie einen Unfall oder Ähnliches. Mein Bein war dennoch 3 mal gebrochen; u.a. das Fuß Sprunggelenk und das Wadenbein. Ich dachte mir, ich habe eine Sehnenentzündung und machte mir einen Voltarenverband und lief damit weiter. Erst als ich wegen einer anderen Geschichte beim Arzt war und geröntgt wurde, ist das aufgefallen. Die anschließende Knochendichtemessung ergab eine Osteopenie. Das bedeutet, meine Knochendichte war zu niedrig. Weil ich erst 18 war, habe ich mir aber gedacht: “Okay, bis 26 kann der Körper ja noch aufbauen”.  So habe ich mich explizit mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt um von diesen Hungerkuren und einseitigen Diäten weg zu kommen. Ich wollte für mich etwas finden, womit ich mein Ziel erreiche ohne meiner Gesundheit zu schaden. Ich fing an, ein Fitnessstudio zu besuchen weil ich mit Kampfsport anfangen wollte. So habe ich meinen damaligen Coach kennen gelernt. Er hat mich dann auf die ersten Meisterschaften vorbereitet. Er war selbst mehrfacher Meister im Bodybuilding. So dachte ich mir: “Cool, das will ich auch!”

Die Leute haben erst mal mit: “Du?! Ja neee, is klar” reagiert. Ich wurde eher belächelt. Die erste Meisterschaft kam dann und ich machte den 4. Platz. 

Dann haben die Leute gefragt: “Wann hörst Du denn jetzt auf mit dem Käse?” Meine Reaktion war dann immer: “Erst wenn ich Bayerische Meisterin bin”. Auf diese Aussage haben erstmal alle gelacht. Kurz darauf, war ich dann Bayerische Meisterin.  Aber aufgehört habe ich deshalb trotzdem nicht. Wenn man einmal Blut geleckt hat, ist es schwierig wieder damit aufzuhören.

Theresia: Du sagst das mit einem strahlenden Lächeln.  Damit komme ich direkt zu meiner zweiten Frage. Du wirst wegen Deines Erscheinungsbildes häufiger angegriffen. Auch Deine Familie wird nicht von Anfang an begeistert von Deinem Hobby gewesen sein.

Minute 5:20 FRAGE 2 Wie gehst Du mit Kritik um?

Simone: Es ist schon so, dass alles was anders ist, von der Gesellschaft nicht unbedingt toleriert wird. Dabei ist es völlig egal, ob jemand mit einem Afro daherkommt, oder Kettenhemd trägt oder sich als Mann schminkt. Egal welches Extrem, die Gesellschaft ist nunmal so. Klar hagelt es da auch Kritik. Die Familie macht sich vor allem Sorgen. Sie kennen sich mit dem Sport nicht aus, wissen nicht was wir da machen und was passiert. Es fängt damit an, dass sie sich zu viele Gedanken machen, warum das Kind sich plötzlich einseitig ernährt. Das fällt dann besonders bei Familienfeiern auf. Wenn man das eigene Essen mitbringt und seinen Stiefel durchzieht, ist das für die Anderen schwierig. Sie können sich nicht in die Lage hineinversetzen. Es gibt aber auch diejenigen, die es gut finden und sagen: “Wahnsinn was für eine Disziplin Du hast. Ich könnte mir diesen Kuchen jetzt nicht entgehen lassen”. Ich verfolge mein Ziel aus einem bestimmten Grund. Wenn man irgendwann oben auf der Bühne steht und sich gefällt zum Beispiels. Wenn die Verlockung vor einem steht, rufe ich mir meine Motivation immer wieder ins Gedächtnis: “Wenn Du das nicht isst, siehst Du morgen besser aus.” Dann ist der Verzicht effektiv.

Die Familie hat mich dennoch immer unterstützt. Meine Mutter fragte immer, was sie für mich kochen soll als ich noch zu Hause gewohnt habe. Sie hat mich ebenfalls zu Meisterschaften begleitet. Auf der anderen Seite kamen schon immer wieder Aussagen, dass ich zu männlich bin, dass ich mal wieder was Gescheites essen soll, meine Arme wären furchtbar, und so weiter. Meine Mutter verfolgte ein anderes Schönheitsideal, da sie selbst mal gemodelt hat.

Wenn ich mir aber so manche Models anschaue, sag ich: lieber knackig als klapprig. Um so dünn auszusehen richten sie sich mit anderen Sachen, wie Abführmitteln, her. Mir gefällt es jedenfalls nicht, wenn die Knochen rausschauen. Dafür gefällt ihnen wieder nicht, wenn zu viele Muskeln da sind. Jedem das seine. Meine Familie akzeptiert es mittlerweile. Das wichtigste ist, dass man selbst glücklich ist. Dass es einem gut geht und man gesund ist. Solange man keinem anderen damit schadet, soll doch jeder leben wie er will. 

Theresia: Herzlichen Glückwunsch nochmal zur Hochzeit. Du bist frisch verheiratet.

Minute 8:10 FRAGE 3 Haben Männer keine Angst vor Dir?

Simone: Ab und zu kommt das vor. Zumindest aus Spaß bekomme ich sowas zu hören. Ich bin ja eher ein umgänglicher Typ. 

 

Theresia: Wirst Du denn mehr oder weniger angebaggert seit Du diese Figur hast?

 

Simone: Unterschiedlich. Über das Internet fühlen sich die Leute anonym und sicher. Da kommt es eher mal vor, dass ich von Menschen angeschrieben werde, die ich gar nicht kenne. Sprüche wie “Hey sexy Lady” oder irgendwelche anderen Kommentare. Wenn man so einen Sport betreibt, und häufig freizügig auf der Bühne steht, kann es schnell passieren, dass falsche Signale ankommen. Deshalb ist das nichts ungewöhnliches.

Theresia: Das Geschäft ist sehr oberflächlich und Du stehst fast nackt auf der Bühne 

Minute 9:20 FRAGE 4 Hast Du kein Problem damit, Deinen Körper so zur Schau zu stellen?

Simone: Naja, wir tragen ja unsere Posing-Bikinis. Das ist bei den Männern das gleiche mit ihren Posing-Höschen. Wenn Frauen ins Freibad gehen, haben sie auch einen Bikini an und zeigen genauso viel Haut. Die sind allerdings vielleicht nicht so mit ihrem Körper zufrieden. Wenn wir Bodybuilderinnen uns auf die Bühne stellen, tun wir das ja um uns zu vergleichen und uns zu messen. Wir gefallen uns dabei. Daran haben wir lange genug gearbeitet um das auch zeigen zu können. In diesem Sport ist es nunmal diese eine Leistung die bewertet wird. So wie es beim Sprinten die Schnelligkeit ist, oder woanders das Gewicht das man stemmt oder die Tore die man schießt. Bei mir geht es nunmal um die Optik die man darstellt. Klar dass da manche sagen, dies sei oberflächlich.

 

Theresia: Was genau ist Deine Motivation dabei? Die Blicke? Der Applaus? Die Pokale?

 

Simone: Es geht eher darum, sich selbst zu verbessern und sein Bestes zu geben. Eben nicht darum, andere Gegner zu schlagen. Beispielsweise 2 Kilo mehr Muskelmasse, härter definiert zu sein oder eine bessere Kür zu zeigen. So wie ein Marathonläufer. Der will ja auch nicht länger brauchen beim nächsten mal, sondern sich um 5 Minuten verbessern. Wichtig ist mir, an seiner Bestleistung zu arbeiten und immer wieder zu zeigen, dass man in der Zeit zwischen den Wettkämpfen, etwas gemacht hat.  Es ist eine große Genugtuung das zu präsentieren. Was davon bleibt ist weniger der Pokal, sondern die Erinnerung und die Bilder im Kopf.

 

Theresia:  Was möchtest Du denn noch in Deinem Leben erreichen? Was ist Dein nächstes Ziel?

 

Simone: Ich weiß noch nicht, wie schnell ich auf die Bühne zurückkehre. Erst mal möchte ich Zeit mit der Familie und Freunden verbringen und die Familienplanung angehen. Andere Dinge sind auch wichtig. Alles hat seine Zeit im Leben. Ich weiß ja nicht, was in ein paar Jahren ist. Prinzipiell hätte ich schon Lust wieder mitzumachen. Vor Allem wenn man Erfolg hat, macht es besonders Spaß und motiviert einen weiterzumachen. Dennoch glaube ich, dass die Gefahr groß ist, den Absprung nicht zu schaffen.  Ich möchte nicht die Frau sein, die im Alter mal da hockt und sagt: “Hey schaut mal alle her, ich sitze zwar alleine hier aber guckt Euch mal meine ganzen Pokale an!” Davon kann ich mir auch nichts kaufen. Es ist wie im Model Business. Diejenigen, die den Absprung nicht rechtzeitig schaffen, die bringen ihr Leben später einmal nicht mehr auf die Reihe. Der Sport ist nicht das, worum es im Leben geht. Man muss anderen Zielen Priorität geben. Das Bodybuilding ist mein Hobby und gehört zu meinem Leben. Aber es ist nicht mein Leben.

 

Theresia:  Du hast Dir dennoch einen sehr passenden Ehemann ausgesucht, der selbst mal Europameister war.

 

Simone: Richtig. Vor 2 Jahren war er Europameister. Er hat sehr viele Titel geholt. Er war mehrfach belgischer Meister und sehr erfolgreich als Bodybuilder und Coach unterwegs. 

 

Theresia:  Wie habt ihr Euch kennen gelernt? 

 

Simone: Kennengelernt haben wir uns auf der Bühne. Er hat mich auch seit der letzten Saison gecoacht. 

 

Theresia:  Was findest du am Schönsten an Dir?

 

Simone: Schwer zu sagen. Es gibt verschiedene Muskelpartien die mir besonders gut gefallen. Natürlich habe ich auch meine Schwachstellen. Ich hatte immer das Glück, dass ich einen guten Bauch habe und nicht so viel dafür machen muss. Mein Brustmuskel ist auch ziemlich stark. Dann gibt es so Partien, wo ich mir häufig denke, hier könnte ich mehr für tun. Der Po könnte runder sein. Oder hier und da könnten noch ein paar Muskeln mehr drauf. Man ist nie perfekt. Sonst hätte man ja auch keinen Anreiz weiterzumachen. 

Theresia:  Minute 14:30  FRAGE 5 Findest Du Dich selbst noch weiblich?

Simone: Ja schon.

 

Theresia:  Was macht für Dich Weiblichkeit aus?

 

Simone: Man ist natürlich in dem Körper, in dem man geboren wurde. Ich habe mich immer als Frau gefühlt. Ich kleide mich so, ich schminke mich und so weiter. Weiblichkeit ist, wie man sich gibt. Was ist weiblich? Sind Männer die in der Pflege arbeiten auch weiblich? Oder Frauen die als Lackierer arbeiten nicht mehr weiblich? Es ist alles ein Klischee und von der Soziologie vorbestimmt.

In der Off-Season bin ich mit einer relativ normalen Figur unterwegs, wo man das nicht sofort sieht. Sobald der Fettanteil steigt, bekomme ich mehr Brust und Rundungen und werde sofort weiblicher. 

Wenn man aber gerade stark definiert ist, wird man automatisch im Gesicht markanter und wirkt etwas männlicher.

 

Theresia:  Ist Deine Stimme tiefer geworden, seitdem Du den Sport betreibst?

 

Simone: Meine Stimme war schon seit meiner Kindheit verhältnismäßig tief. Dadurch, dass man viel Eiweiß zu sich nimmt, steigert man den körpereigenen Testosteronwert. Zusätzlich habe ich Tribulus genommen. Das ist ein natürliches, pflanzliches Mittel zur Testosteronsteigerung. Wie sich meine Stimme in der Zeit tatsächlich entwickelt hat, kann ich schwer beurteilen.  Fakt ist, beide Geschlechter kommen in den Stimmbruch. Bei Frauen fällt es nur weniger auf. Ich finde nicht, dass sie die letzten Jahre tiefer geworden ist.

Theresia:  Minute 16:30 FRAGE 6 Welche Erfahrungen hast Du mit Anabolika?

Simone: Prinzipiell ist es so, dass nicht nur Wettkampf Athleten, sondern besonders Hobby- und Breitensportler viel dopen. Es ist auch relativ einfach an solche Sachen ranzukommen. In fast jedem Fitnessstudio unterhalten sich Leute nebenbei darüber. Überall gibt es jemand, der einem etwas anbietet oder selbst nimmt. Auch über Internetseiten kann man es leicht beziehen. Das ist ein offenes Geheimnis. Es gibt immer Mittel und Wege. Die Verlockung ist groß. Ich selbst hatte immer nur Coaches, die “natural” waren. Das heißt, dass das Bodybuilding ohne chemische Substanzen betrieben wird. Meine Coaches haben immer vor Steroiden gewarnt und gesagt, dass es auch ohne möglich ist. Und die hatten recht! Ich bin jahrelang auch bei speziellen Verbänden wie beispielsweise GNBF e.V. angetreten, die Dopingtests durchführen. 

Das Zeug kostet einen Haufen Geld und es ist strafbar. Das Hauptargument sollte die Gesundheit sein. Mein Hauptgrund aber, was mich davon abgehalten hat, war mein Trainer. Er hat immer gesagt, wenn man einmal damit anfängt, kann man nicht mehr aufhören. Ich habe diese extreme Abhängigkeit von anderen mitbekommen. Meist waren dann auch zusätzliche Drogen im Spiel. Die Leute waren wahnsinnig aufgeblasen. Sobald sie es abgesetzt haben, haben sie die entsprechende Muskelsubstanz wieder verloren. Erhalten bleibt nur die Muskelmasse, die natürlich antrainiert ist. Ich trainiere momentan zum Beispiel nicht viel und falle deshalb trotzdem nicht in mich zusammen. Die anderen Nebenwirkungen, wie Vermännlichung, kommen auch noch hinzu. Es gibt genügend Frauen, die es längere Zeit machen und danach keine Kinder mehr bekommen können. Oder wenn sie welche bekommen, sind die Babys behindert. Da ich selbst Kinder möchte, könnte ich mir sowas nie verzeihen. Es war nicht mal die eigene Gesundheit, sondern eher solche Dinge weshalb ich Abstand davon gehalten habe.

Ich musste dann eben in Kauf nehmen, dass ich einige Jahre hinten dran war als ich anfing. Mir hat oft die Härte gefehlt, wo andere sofort an der Spitze waren. Ich habe pro Jahr 1 oder 2 Kilo Muskelmasse im Schnitt aufgebaut. Da haben andere schnell mal 8 Kilo mehr Muskeln gehabt. 

 

Theresia:  Du bist unlängst zur Bodybuilding Weltmeisterin in der Disziplin Miss Figur geworden. Zu Wettkampfzeiten hattest du einen Körperfettanteil von 4 %. Zum Vergleich: Bei einer normalen Frau (bis Ende 30) liegt der normale Körperfettanteil bei 21 % -33 %

Minute 19:35 FRAGE 7 Ist das nicht ungesund?

Simone: Prinzipiell Ja. Die Voraussetzung um Leistungssport zu betreiben ist, fit und leistungsfähig zu sein. Mir kann keiner weiß machen, dass Leistungssport gesund ist. Ich bin überzeugt, dass Frauen dafür nicht gemacht sind. Da will ich nichts schön reden. Mit sinkendem Fettgehalt, sinkt auch der Östrogenspiegel. Dieses Hormon wird im Fettgewebe produziert. Es ist ein Schutzmechanismus der Natur, dass eine Frau in Hungersnot, nicht schwanger werden kann. So geht es ja auch Marathonläuferinnen und vielen anderen Wettkampf Athletinnen. Logisch, das Kind würde das letzte Drittel der Schwangerschaft nicht überleben. Die Frau braucht ihr Östrogen um Kalzium in die Knochen einzulagern und vieles mehr. Der ganze Hormonhaushalt kann nicht stimmen. Krankheiten wie Osteoporose, könnten die Folge sein. Ich glaube nicht, dass es auf Dauer gesund ist so rumzulaufen. Für eine Zeit lang ist es ok. Aber danach würde ich jeder Frau raten, nach der Wettkampfphase wieder ein paar Kilos zuzulegen.Damit meine ich aber nicht, sich komplett gehen zu lassen.

 

Theresia:  Du  sprichst hier nicht nur aus Erfahrung. Du hast konkrete Ausbildungen für das Thema Ernährung absolviert. 

 

Simone: Genau. Ich habe bei der BSA Akademie eine Ernährungstrainer B-Lizenz, bin Trainer für Gewichtsmanagement, Ernährungscoach, Trainer für Lebensmittelkunde und Management, Lehrer für Ernährung. 

Das umfasst verschiedene Gebiete. Jede Weiterbildung hat seine ganz eigenen Kategorien. Beispielsweise geht' s beim Ernährungscoach speziell um Schwangere und Stillende.

Theresia:  Es wäre natürlich toll, wenn Du den ultimativen Tipp hättest, wie man Fett verbrennen und Muskeln aufbauen kann.  

Minute 22:15 Frage 8 Welche Empfehlungen würdest du einem Anfänger geben, auf was er achten soll?

Simone: Trainiere hart - Iss sauber. Umso mehr industriell verarbeitet Lebensmittel sind, umso weniger gute Inhaltsstoffe enthalten sie. Umso naturbelassener mann isst, umso mehr Nährstoffe bekommt die Muskulatur, die sie braucht. Dann kann sie optimal verbrennen. Genau darum geht es in diesem Sport. Hier darf man sich nicht zu einseitig ernähren, sondern muss dem Körper die wichtigsten Nährstoffe zuführen. Der Organismus soll ja Fett verbrennen, aber die Muskulatur erhalten. Deshalb ist es sinnvoll, auf seine Eiweißmenge zu achten.

 

Theresia:  Wie sah denn Dein Ernährungsplan zu Deinen Hoch-Zeiten aus?

 

Simone: Der hat sich immer mal verändert und angepasst. Klassischerweise habe ich das zu mir genommen, was Bodybuilder so essen. Und Nein - wir trinken keine rohen Eier. Es gab Haferflocken, Shakes, Brokkoli, Fisch, Fleisch, viele gute Öle wie Leinöl, Nüsse, Gemüse. Weniger Kohlehydrate und eiweißbetont. Natürlich rechnet man sich aus, welche Nährstoffe der Körper braucht, wie viele Kalorien usw. Wenn man jeden Tag nach Plan isst, und sich daran hält, merkt man mit der Zeit wie sehr sich der Körper verändert. Es kann passieren, dass ich zum Ende der Wettkampfphase sogar mehr essen muss um meine Ziele zu erreichen. Bei mir war es nämlich das letzte mal so, dass der Stoffwechsel sehr beschleunigt wurde. 

 

Theresia:  Was würdest Du jemanden empfehlen, der mit dem Bodybuilding anfangen will?

 

Simone: Wenn jemand ganz neu beginnt, heißt es erst mal, überhaupt den Einstieg zu finden. 2-3 mal die Woche ins Studio zu gehen, ist schon mal gut. Wenn jemand an Wettkämpfen teilnehmen will, kommt er um das tägliche Training nicht drum herum. Es gibt gewisse Nahrungsmittel, die prinzipiell nie schlecht sind. Der wichtigste Mineralstoff zum Muskelaufbau ist Zink. Das ist ein Enzymaktivator und an hunderten von Stoffwechsel Aktivitäten beteiligt. Der ist gut bei unreiner Haut, reguliert den Wasserhaushalt, wichtig für den Eiweißstoffwechsel und so weiter. Ein normaler Mensch hat einen Bedarf von 30 mg Zink am Tag. Als Sportler vielleicht 50 mg oder gar 100 mg. Das ist individuell. Ein Veganer braucht etwas anderes als ein Fleischesser. Mittlerweile gibt es gute Ernährungssoftwares, die Pläne erstellen können und die Inhaltsstoffe der Lebensmittel anzeigen. 

 

Theresia:  Was hältst Du von veganer Ernährung?

 

Simone: Ich glaube nicht dass es in der Natur des Menschen liegt. Schon zu Urzeiten haben wir Fisch und Fleisch gegessen. Zumindest Fisch sollte man zu sich nehmen.

 

Theresia:  Du hast mir vorhin Deine maßgeschneiderten Bikinis gezeigt, die gerne mal 400 € kosten. 

Minute 27:16  FRAGE 9 Wie viel Geld steckst Du in Dein Hobby?

Simone: Das ist schwer zu sagen. Kommt darauf an, was man mit einberechnet. Zählt der Fitnessstudio Beitrag dazu? Oder die Nahrungsergänzungsmittel? Das Essen was hochwertiger und teuerer ist als bei Otto Normalverbraucher? Mann steckt das Geld ja nicht nur in sein Aussehen und das Hobby, sondern in die Gesundheit. Das ist ein Lebensziel an sich. 

Dazu kommen allerdings gewisse Startgebühren, längere Anfahrtswege für Wettbewerbe oder Übernachtungskosten. Das hält sich aber in Grenzen. Das teuerste sind tatsächlich die Bikinis oder vielleicht auch das Körper Make up. Dann gibt es noch spezielle Mittel, wie fettverbrennende Cremes, für die man viel Geld ausgeben kann. Manche lassen sich vor Auftritten auch noch die Nägel oder die Haare machen, damit alles perfekt ist. 

 

Theresia:  Wie hoch ist so eine Startgebühr?

 

Simone: Je nach Verband. Bei uns waren es meist ca. 30 €. Bei großen Meisterschaften zahlt man nach Saison und hier kommt es auf den Verband darauf an. Die weiteste Anreise für einen Wettbewerb war mal auf die Philippinen. Den Trip haben wir selbst bezahlt. Wenn man entsprechend weit in einem Wettkampf kommt und gut ist, übernimmt der Verband das. Wenn Du als offizieller Athlet hinfährst, ist es im Normalfall schon so, dass sie sich darum kümmern, dass Du abgeholt wirst und so weiter. Letztes mal nach Warschau, wurde ein Busshuttle zur Verfügung gestellt. 

Theresia:  Minute 30:28 FRAGE 10 Was motiviert Dich?

Simone: Es ist einfach ein wunderschönes Hobby. Ich liebe diese Erfahrung. Mir gefällt es zu sehen, was man mit seinem Körper machen kann. 

 

Theresia:  Wie viel Zeit verbringst Du im Fitnessstudio?

 

Simone: Vor Wettkämpfen habe ich das ganze Jahr über tagtäglich trainiert. Als der Tag immer näher kam, zwei mal am Tag - Vormittags und Nachmittags. Je nachdem, wie die Zeit es zugelassen hat. 

 

Theresia:  Wie lange dauert so eine Wettkampfvorbereitung?

 

Simone: Bei den meisten sollte man ein halbes Jahr vorher beginnen. Manche halten ihre Figur das ganze Jahr gut, die brauchen dann nur 3 Monate Vorbereitung. Dann gibt es noch solche wie Dietmar Haubold. Ein ehemaliger Weltmeister, der jetzt in der Seniorenklasse mitspielt. Der ist immer in Form. In dem Alter muss man natürlich auch bedenken, wenn ich  außer Form komme, ob sich die Haut dann auch wieder schön zusammenzieht. Bei extremen Schwankungen von 25 kg Differenz in der Off-Season kann das schwierig werden.

 

Theresia:  Schlägt das nicht auf die Psyche?

 

Simone: Es ist schon manchmal schwierig. Heute hast Du noch ein Sixpack und dann schaut man in den Spiegel und es ist weg. Bei mir sind - Gott sei Dank - zumindest die Ansätze immer noch da. Ich weiß ja, was drunter ist. Inzwischen gefalle ich mir, so wie ich bin. Das war am Anfang nicht so, wenn ich  in die andere Form zurückgefallen bin. Inzwischen kann ich meine Form halten. So genieße ich mein Leben und bin mit mir im Einklang. Meinem Mann gefalle ich eh so besser. Aus sportlicher Sicht, ist er begeistert und unterstützt mich. Dennoch steht eher aufs rundlich weibliche.

Theresia:  Zu meiner letzten Frage: 

Minute 33:38 FRAGE 11 Ergänze diesen Satz: Wenn ich wüsste ich kann nicht scheitern, würde ich…

Simone: Wenn ich weiß ich kann nicht scheitern, ist dann überhaupt ein Anreiz da? Man macht ja Dinge die man will, obwohl man scheitern kann. Warum sollte man sie dann prinzipiell nicht machen? Man gibt sich ja genau deshalb viel Mühe - weil man auf die Schnauze fallen kann. Das wichtigste ist, dass man immer weitermacht auch wenn man mal gescheitert ist. Gerade das sind die Dinge, auf die es ankommt. Ich war ja auch jahrelang hintendran und nicht die Beste. Ich habe so lange weitergemacht, bis ichs war. Andere hätten vielleicht frustriert aufgegeben. 

DANKE SIMONE !

 

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